Gipfelsturm am Torres del Paine - 24.04.2018


Am Sonntag bekamen wir eine Nachricht, dass der Wanderweg bis mindestens Dienstag gesperrt bleiben würde. Dadurch waren wir verunsichert, aber wollten unsere Chance wahrnehmen wieder in den Park zu kommen.





So machten wir uns Montagnachmittag auf die Socken.

Schon die Tour zum Park mit dem Bus lohnte sich, da wir echte Gauchos gesehen haben. Des Weiteren haben wir noch einige Tiere wie z. B. Guanakos, Nandus und Flamingos auf dem Weg gesehen.


Am Park angekommen, konnten wir ein Glück kostenlos in den Park und auch unsere verschobene Reservierung im Camp konnten wir wahrnehmen. Nachdem das alles so schön geklappt hat, sind wir in das Welcome Center gegangen um die Wärme vor der kalten Nacht nochmal aufzunehmen. Hier angekommen wurden wir gleich zweimal nett überrascht.



Erstens haben wir sehr viele der Mitstreiter des “W’s”getroffen, die sich 1 Tag mehr Zeit genommen haben als wir. Da wir alle gemeinsam gestartet waren, hat es sich wie bei einem Klassentreffen angefühlt. So konnten wir die Erfahrungen austauschen und ganz viel quatschen.
Die zweite Überraschung war ein Kanadier, den wir 2 Tage zuvor kennengelernt hatten. Wir waren heilfroh ihn in einem Stück und lebendig zu sehen, da dieser mit sehr dünner Kleidung das große “O” wandern wollte. Leider musste er nach 30 km umdrehen, da ihm ein reißender Fluss den Weg versperrte. Also trafen wir ihn nach 2 Tagen und 60 km auf dem Buckel wieder. Da er absolut nicht wusste was er am nächsten Tag machen sollte, luden wir ihn ein mit uns den Berg zu bezwingen.
Nach noch einem geselligen Bier kuschelte sich jeder in seinen Schlafsack.

Am heutigen Morgen sind wir mal wieder vor Sonnenaufgang aufgestanden, damit wir  unsere Wanderung pünktlich beginnen konnten. Kurz nach dem Start kamen die Sonnenstrahlen, die den Himmel rosa färbten. Das Wetter wurde immer besser, es waren zwar keine 20°C aber zum wandern sehr angenehme 10°C mit fast durchgängig blauem Himmel.






So ging es die ersten 5 km immer Bergauf, bis auf ca. 400 m (gestartet sind wir bei ca 50 m üNN) in die Höhe. Hier haben wir uns eine kleine Pause gegönnt und ein paar Snacks zu uns genommen, die wir natürlich brüderlich teilten, da unser Mitstreiter sein Essen 2 Tage zuvor aus Frust fast alles aufgegessen hatte. Er lehnte immer höflich ab, aber musste dann trotzdem essen.



Weiter ging unsere Tour bis zu einem Seil mit einem Schild das uns den Weg versperrte, da die Tour zum Gipfel noch von gestern geschlossen war. Wir ignorierten das Schild gekonnt, da uns viele von oben begegneten.


Nun ging es die letzten km bei Schnee steil Bergauf zur Spitze bei fast 1000 m üNN. Ab und zu passierte es uns allen, dass wir an unsichere Stellen traten und bis zur Hüfte im Schnee versanken, also mussten wir unser Tempo weiter drosseln.


Langsam konnten wir die ersten Male über den oberen Rand sehen und die Torres sehen. Wunderschön von der Sonne angestrahlt und mit einem dunkel bedrohlichen Himmel im Hintergrund, konnten diese nun nicht schöner sein.

Also stiefelten wir die letzten Meter durch den Schnee. Herbei erklang ein bisschen Blockflöten Musik, die zwar nicht gut gespielt wurde aber trotzdem die Atmosphäre nochmals verbesserte.
Nun waren wir auf der Spitze völlig überwältigt.



Übrigens entstanden hier all die schönen Fotos. Nach einiger Zeit konnten wir unseren Augen kaum glauben, da wir das Team Kanada sahen. Da wir so schlau waren und keine Nummern vorher ausgetauscht haben, dachten wir, dass das Team Kanada die Reise nicht nochmal zum Berg angetreten hatte, da wir mit ihnen am Montag gerechnet hatten. So konnten wir ein Bild mit der gesamten überglücklichen Gruppe machen.





Nach diesen schönen Erlebnissen ging es dann wieder die ca 10 km lange Strecke ab ins Tal. Unten angekommen, haben wir alle noch ein bisschen zusammen gesessen, da wir noch Zeit hatten bis unser Bus kam und es eine Happy Hour gab.







Hierbei teilten wir nochmals das Erlebte, wobei der 31 jährige Kanadier sich als unser (Cora und Tjark) Adoptivsohn bezeichnete, da wir uns so um ihn kümmerten und Essen gaben. Anschließend in der Stadt angekommen gönnten wir uns gemeinsam noch Tacos und ein Drink, bevor jeder in sein Hostel ging. So ging einer der schönsten Tage unserer bisherigen Reise zu Ende.






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