Machu Picchu - 02.06.2018


Wenn morgens um 4 der Wecker klingelt und man freiwillig aufsteht, muss etwas Großes bevorstehen. Es ist der Tag an dem wir endlich Machu Picchu sehen dürfen. Alles wird gepackt und dann treffen wir uns mit unserer Gruppe und laufen eine halbe Stunde zum ersten Checkpoint. Dieser öffnet um 5 Uhr und liegt bei ca. 2000 m üNN. Kurz vor 5 warten wir mit ca. 100 Leuten vor uns gespannt in der Dunkelheit auf die Öffnung.

Pünktlich und gesittet strömt die Masse über die Brücke auf die Treppen zu und der Aufstieg beginnt. Durch das tropische Klima und die Anstrengung der Treppen läuft bei allen der Schweiß. Ein paar Taschenlampen und Handys beleuchten den Weg, während die Umgebung ein Geheimnis des Morgens bleibt.


Eigentlich schon völlig am Ende stehen wir um kurz vor 6 vor den finalen Toren zu Machu Picchu. Gut lässt sich in den Massen erkennen, wer die Anstrengung auf sich genommen hat und wer in dicke Jacken gewickelt mit dem Busshuttle angekommen ist. Die Fahne unseres Guides haben wir schnell ausfindig gemacht und stärken uns noch schnell mit einem kleinen Frühstück, da es in den Ruinen verboten ist zu essen.


Mit unserer Gruppe und dem Guide erkunden wir den mystischen Ort, der noch von Wolken umgeben wird. In einer geführten Tour lernten wir, dass die Stadt um 1450 erbaut wurde und über 100 Jahre bis zur Fertigstellung gedauert hat. Der Ort war eine wichtige Tempelanlage für den Sonnengott, der für die Inka von großer Bedeutung war.
Da die Stadt auf einem Berg erbaut wurde, nutzten die Bewohner eine nahegelegene Quelle und leiteten diese durch Kanalsysteme in die Stadt. Durch erbaute Vertiefungen in den Steinen wurde die Wassergeschwindigkeit gedrosselt, sodass kleine Wasserfälle entstanden.

Das besondere an der Bauweise der Inka ist, dass die Gebäude und Systeme bis heute funktionsfähig wären.
Der große Inkaherrscher Pachacútec war ein großer Stadtplaner, der circa 3000 Terrassen anlegen lassen hat. Unser Guide erklärte uns, dass die Terrassen nicht nur einen sondern mindestens 3 Zwecke haben. Der wichtigste Grund war die Erde zu festigen, um so Erosionen vorzubeugen. Auch für die Landwirtschaft wurden die Terrassen genutzt, die über den Tag die Wärme in den Steinen speichert und nachts an den Boden abgibt. Für die Bewässerung waren Rinnen durch die Terrassen gebaut wurden. Durch ihre Lage und die unterschiedliche Zusammensetzung des Bodens konnten viele verschiedene Pflanzen angebaut werden. Für einige Terrassen wurde sogar Sand aus 350km Entfernung genutzt, wie Archäologen herausfanden. Ein weiterer Grund für die Terrassen war ihr ästhetisches Aussehen für die Stadt, was von Weitem erkennbar ist.


In einem Bereich vermuten Forscher den Schulbereich, in dem Kindern das Wissen über Architektur, Astronomie, Medizin und Ingenieurwissenschaften weitergegeben wurde.
Eingesäumt wird der Ort von einem großen und einem kleineren Berg. Der große Berg wird in der Sprache Quechua Machu Picchu genannt, was übersetzt alter Berg heißt und der kleinere Berg heißt Huayna Picchu, wie junger Berg.
Die Bauweise der Inka zeugt von hoher Präzision und Perfektion, wenn man sich Tempel anschaut. Die Steine passen genau ineinander und werden nicht durch eine dicke Mörtelschicht zusammengehalten. An einigen Stellen kann man noch erkennen, dass der Berg ehemals nur aus Felsen bestand. Mit dem Spalten von Steinen und dem Einbinden von Felsen in Mauern führt zu dem einzigartigen Erscheinungsbild der Architektur.

Da die Inka kein Geldsystem kannten, mussten die Bürger regelmäßig Steuern in Form von Arbeit für den Inkaherrscher zahlen. Die Arbeiter kamen nach Machu Picchu beispielsweise und spalteten Steine durch Granitstein mit dem sie Löcher in regelmäßigen Abständen schlugen. In die Löcher wurden Gegenstände gestellt und gleichzeitig darauf eingeschlagen, sodass der Stein an der Stelle gespalten wurde.

Nach der Führung bekamen wir die Möglichkeit uns selbst umzuschauen.
Die größte Herausforderung des Tages hieß dann Montaña Machu Picchu, was wir zusätzlich gebucht haben. Täglich können 400 Leute die Berge von Machu Picchu mit einem extra Ticket besteigen. Mächtig ragte er nur teilweise aus den Wolken hervor. Mit den Ruinen von Machu Picchu hatten wir uns schon auf 2400 m üNN gekämpft. An dem Eingangstor bekamen wir eine Nummer und mussten unsere Daten angeben. Nun begann der Aufstieg ebenfalls mit steilen Treppen. Die 3000 Stufen forderten uns heraus, aber ganz oben angekommen wurden wir nach kurzer Zeit mit einer fantastischen Aussicht auf die Anlage belohnt. Die Anlage bietet gute Aussichten auf die Orte Hidroelectrica und Aguas Caliente im Tal.



Bei der Wiederentdeckung 1911 durch Hinram Bingham wurden auch ca. 50 Kinderleichen entdeckt. Diese geben Aufschluss weswegen der Ort von den Inka verlassen wurde. Die Theorie besagt, das die Spanier in Cusco Krankheiten einschleppten, die nach Machu Picchu kamen und zum Tod vieler Einwohner führten.


Um den Ort vor den Spaniern zu verstecken, wurde der ursprüngliche Inkatrail von ihnen zerstört. Die Fundamente der Brücke konnten wir durch einen Spaziergang von den Ruinen aus sehen.

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